An der Börse gibt es tausende von Aktien. Sie alle unterscheiden sich in der Unternehmensform, der Größe und nicht zu vergessen im Erfolg. Unter tausenden von potentiellen Gewinnern und Verlierern lässt sich schnell der Überblick verlieren. Vor allem Profis handeln nach gewissen Bewertungskennzahlen, die den Erfolg oder potentielle Schwäche widerspiegeln. Darum zeige ich ihnen heute, die wichtigsten Bewertungskennzahlen für Aktien.

1.Das KGV (Das Kurs Gewinn Verhältniss)

Jeder der schon mal eine Aktie gekauft hat, wird wahrscheinlich schon mit dem KGV zu tun gehabt haben. Hierbei wird der aktuelle Aktienkurs ins Verhältnis mit dem Gewinn pro Aktie gesetzt.

KGV = Aktienkurs/ Gewinn pro Aktie (Gewinn/Anzahl der Aktien des Unternehmens)

Wie man sieht, kann ich mit dem KGV den Preis der Aktie bewerten. Zahle ich zu viel für die Aktie im Verhältnis zum tatsächlichen Gewinn oder ist der aktuelle Kurs als fair bewertet. In der Welt der Börse wird ein KGV als fair bewertet, wenn es den Wert von 10-15 annimmt. Je nach Branche des Unternehmens, können Unternehmen ein deutlich höheren oder aber auch niedrigeren Wert annehmen. Hierbei sollte man sich nicht immer an das beste KGV halten, sondern im Bereich der Peergroup (=Unternehmen in derselben Branche vergleichen). So haben Technologie- Werte meist höhere KGV`s als Unternehmen in der Auto-, oder Ölbranche, was meist an dem organischen Wachstum der Unternehmen liegt. So weisen Technologie Aktien meist ein höheres Wachstum als andere Werte auf oder werden von den Aktionären als besonders Zukunftsträchtig gesehen.

2. Der Aktienkurs

Was der Aktienkurs kann eine Kennzahl sein? Ja, der Aktienkurs gibt den Preis an für den man eine aktuelle Aktie der Firma/des Unternehmens kaufen kann. Er gibt Aufschluss darüber wie sich das Unternehmen in den vergangen Zeiten entwickelt hat, ob es ein stetiges Wachstum gibt oder es zu bestimmten Zeiten durch äußere Einflüsse eine Krise erlebt hat. Ist man auf den schnellen Gewinn aus sollte man generell bei steigenden Kursen kaufen, schlicht nach dem Motto „The Trend is you’re friend“, da es wahrscheinlicher ist, dass die Kurse weiter steigen, statt umzudrehen und ein Abwärtstrend eingeleitet wird. Ist man womöglich auf große Gewinne aus und lässt kleine Kursrückgänge, die durch schlechte Nachrichten kommen können außer Sicht, denkt aber das Unternehmen sei unterbewertet und die Zukunftsaussichten seinen gut so kaufen einige Aktionäre auch in trocken Perioden eines Unternehmens. Dabei spielt der Preis einer Aktie keine Rolle wie sie wahrscheinlich wissen. Ob eine Aktie eines Unternehmens nun 100 Euro Wert ist oder 20 Euro, ist je nach Unternehmen beliebig bestimmbar und sagt nichts über das Unternehmen aus. Dies liegt daran, dass die Unternehmen eine unterschiedliche Anzahl von Aktien herausgeben.

Beispiel: Zwei Unternehmen die gleich viel Wert sind (10 Millionen), geben eine unterschiedliche Anzahl von Aktien heraus. Das erste Unternehmen gibt 2 Aktien heraus und die zweite nur eine. So kostet eine Aktie des 1. Unternehmens 5 Millionen und die Aktie des zweiten Unternehmens 10 Millionen.



3. Das Kurs Cashflow Verhältnis

Das Kurs Cashflow Verhältnis (KCV), ist dem KGV ziemlich ähnlich, jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied. Das Kurs Cash Flow beschreibt das Verhältnis von Kurs und Cashflow je Aktie. Doch was ist den der Cash Flow? Der Cash Flow definiert sich durch den Überschuss, der nach Abzug von Ein- und Ausgabe übrigbleibt. Hier wird vor allem auf Abschreibungen und Rückstellungen geachtet. Anschreibungen sind Wertminderungen von Sachanlagen wie Maschinen oder der eigenen Marke selbst. Bei Rückstellungen legt ein Unternehmen in gewisser Weise Geld zurück, für Zahlungen, die noch ungewiss sind aber wahrscheinlich in nächster Zeit gebraucht werden. Für den Cash Flow gibt es 2 Berechnungsmethoden, die direkte und die indirekte Cash Flow Ermittlung. Hier werde ich mich auf die direkte Methode beschränken, da die indirekte viele Unverständlichkeiten aufbringen könnte.

Für die direkte Ermittlung:

+ zahlungswirksame Erträge 
  – zahlungswirksame Aufwendungen 
  = Cash Flow

Das KCV = Kurs / Cash Flow je Aktie

Was ist der CashFlow?

Der Cash Flow (=Geldfluss), beantwortet die Frage wie viel Geld erwirtschaftet wurde. Hierbei berücksichtigt der Cash Flow das Eingenommene und die Ausgaben. Vereinfacht gesagt, also: Cash Flow= Einzahlungen – Auszahlungen. Oft wird auch von der operativen Marge oder der Cash Flow Marge gesprochen. Hierbei wird der Cash Flow mit dem Umsatz ins Verhältnis gesetzt.

Operative Marge = Cash Flow/ Umsatz

Die Marge gibt an wie viel Umsatz vom letztweiligen Cash Flow übrig bleibt.

 

4. Das KUV

Das KUV beschreibt in den grundlegenden Zügen genau das gleiche. Dieses Mal wird lediglich der Umsatz ins Verhältnis mit dem Aktienkurs gelegt.

Kurs Umsatz Verhältnis= Aktienkurs/ Umsatz je Aktie

Interessant ist, die beiden Verhältnisse miteinander zu vergleichen, denn oft bleibt zum großen erstaunen des Geschäftsführers nur wenig Geld vom eigentlichen Umsatz übrig. Letztlich gibt es auch Aufschluss darüber wie effizient das Unternehmen mit dem Geld ist. Natürlich haben IT Firmen wie Microsoft viel weniger Abzüge vom Umsatz als beispielsweise ein Automobilbauer und können theoretisch bei gleichem Umsatz mehr an die Aktionäre auszahlen. Doch bleiben wir bei dem Kurs Umsatz Verhältnis, das Thema Gewinn etc. werden wir später noch einmal aufgreifen. Für den KUV heißt das am Ende, dass die Kennzahl beim Automobilhersteller höher liegen würde, als beim Technologie Unternehmen. Auch hier sollten sie nicht Apfel mit Birne vergleichen, denken sie auch hier ein Vergleich macht nur in einer bestimmten Branche Sinn.

5. Das Kurs Buchwert Verhältnis

Das Kurs Buch Wert Verhältnis ist eine Kennzahl, die beschreibt wie sich der momentane Aktienwert zum Buchwert (Kapital des Unternehmens) verhält. Besser gesagt es ist das Eigenkapital des Unternehmens.

Kurs Buchwert Verhältnis = Aktienkurs/Buchwert je Aktie

Beispiel

Eine Aktie eines Unternehmens wird mit 10 Euro Buchwert notiert. Liegt der aktuelle Aktienkurs bei 20 Euro, liegt der KBV bei 2. Man zahlt also das zweifache an Kapital was man schlussendlich als Unternehmenskapital erhält. Firmen bei denen man mehr Kapital am Unternehmen erhält als zahlt, hören sich auf den ersten Blick zwar gut an, sind am Ende meist aber ein Anzeichen auf Jahre, in denen das Unternehmen weniger Gewinn mit sich bringt.

6. Der Gewinn

Das was jeder Aktionär am Jahresabschluss eines Unternehmens sehen will ist ein Gewinn. Von dem Gewinn wird die Dividenden bezahlt und er zeugt von der Gesundheit eines Unternehmens. In der Börsensprache wird beim Gewinn vor allem in Jahresüberschuss, EBIT und EBITDA unterschieden.

Berechnet werden diese so:

Umsatz

  • Produktionskosten (Herstellungskosten, Mitarbeiter…)

= EBITDA ( Gewinne vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen)

  • Abschreibungen (Wertverlust von Sachanlagen und immateriellen Gütern wie Maschinen oder nicht verkaufte Produkte)

= EBIT (Gewinne vor Zinsen und Steuern)

  • Zinsen + Steuern

= Jahresüberschuss

Das EBITDA hilft für einen groben Überblick, ob das Unternehmen profitabel ist. Das EBIT (=operatives Ergebnis oder Betriebsergebnis) zieht Abschreibungen, also Wertverluste von Maschinen oder Produkten, die sich in Besitz des Unternehmens befinden. Für den Jahresüberschuss müssen jetzt noch Steuern und Zinsen abgezogen werden und es ergibt sich das Jahresüberschuss.

Das Gewinnwachstum

Das Gewinnwachstum ist ein wichtiger Faktor für die Zukunft des Unternehmens. Sie zeigt ob die Nachfrage für die Produkte abnimmt oder zulegt. Das Gewinnwachstum wird in Prozent angegeben.

Gewinnwachstum = vorheriger Jahresgewinn/ diesjähriger Jahresgewinn * 100

Mehr Kennzahlen, zur Aktienbewerung finden sie in Teil 2

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